Das Kostüm bzw. die Berufsbekleidung der Artisten wurde maßgeblich von Jules Léotard (1830-1870) geprägt, der erstmalig in einem von ihm kreierten hautengen aus Wollstretch gefertigten Ganzkörperanzug am 12. November 1859 im Cirque Napoléon in Paris auftrat.

Der Welt erster "fliegender Artist", der erstmalig von einem Trapez zum nächsten schwang, entwickelte den Strumpfhosenanzug als aerodynamische Form der Bekleidung, die bei den gewagten artistischen Vorführungen nicht einengte, darüber hinaus den muskulösen Körper modellierte. Léotard bestimmte fortan nicht nur den typischen Look der Artisten, sondern auch den Namen ihrer Kleidung, die nach ihm benannt wurde.

In Spanien etwa werden heute noch Strumpfhosen als "Leotards" bezeichnet. Léotards Artistenkleidung hatte auch maßgeblichen Einfluß auf die Ballettkleidung, im heutigen Sprachgebrauch wird mit leotard der eng anliegende Ganzkörperanzug, ob mit Kurz- oder Langbein, mit oder ohne Fuß, bezeichnet.