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Raum
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| 12. - 13. Jahrhundert - das Aufkommen der "Beinlinge" | |||
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| Im 12. Jahrhundert gelang es dem französischen Königtum, die feudale Zersplitterung zu überwinden. Paris als Sitz der Könige und als Versammlungsort der Adeligen wurde modebestimmend für ganz Mittel- und Westeuropa. Mit der Entfaltung der Städte und der Gründung von Universitäten wurde die geistige und kulturelle Monopolstellung der Kirche eingestellt. |
Während der Kreuzzüge
spielten das Rittertum und seine Kleidung die prägende Rolle in
der Mode
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| Die Mode des 12. und 13. Jahrhunderts wurde stark durch das Rittertum geprägt, das während der Kreuzzüge eine wichtige politische und kulturelle Rolle zu spielen begann. Es wurde zum Vermittler mit der überlegenen Kultur des Orients, seinen verfeinerten Sitten und seiner hoch entwickelten Textil- und Kleiderkultur. |
Gewandartige Kleidung
und Kettenpanzerung der Ritter im ersten Kreuzzug
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Die Betonung der Körperformen stellte die Mode vor neue technische Anforderungen, die die Erfindung des Schnittes und neue Befestigungsmöglichkeiten durch Bänder oder Knöpfe erforderlich machten. Modebestimmend wurden die Frauen an den Adelshöfen. Die Kleidung des Mannes passte sich der Frauenkleidung weitgehend an, so dass sich der lange Männerrock im 12. Jahrhundert endgültig durchsetzte, im Gegensatz zu den bodenlangen Röcken der Frauen aber die Füße noch sehen ließ.
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Modebestimmend im 12.
Jahrhundert wurde die höfische Kleidung der Frauen
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| Beine und Füße der Frauen zählten zum Intimbereich und waren ein ängstlich verhülltes Geheimnis. In einer vielzitierten Anekdote über eine spanische Prinzessin wird erzählt: " Als Johanna von Navarra, die Braut Philipps des Schönen von Frankreich (Ende des 13. Jahrhunderts), auf der Durchreise nach der französischen Hauptstadt war, boten ihr die Väter einer Stadt kostbare gewebte seidene Strümpfe als Brautgeschenk an. Johanna´s Majordomus warf sie in den Straßendreck und rief empört: "Wißt ihr nicht, daß die Königinnen von Spanien keine Beine haben?" |
Unter den langen rockartigen
Frauen- und Männerkleidern des 12./13. Jahrhunderts scheinen unter
dem Knie gebundene Strümpfe getragen worden zu sein, Miniatur zur
Illustration des Monats Februar in den Tres riches Heures du duc de
Berry, um 1413.
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| Die Frauen trugen vermutlich knielange Strümpfe, die unter dem Knie gebunden waren, die Männer trugen sichtbare Beinlinge. | |||
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Die Beinlinge waren mit Bändern an
dem Gürtel der zur oberschenkelkurzen Bruch als Untergewand reduzierten
Hose (in Form einer kurzen Badehose) befestigt, "angenestelt".
Die Beinlinge entwickelten sich zu einer strumpfartigen Beinbekleidung,
die meist nicht gestrickt, sondern aus farbigem Tuch geschnitten und
genäht war. Als feinster elastischer Stoff zu ihrer Anfertigung
galt der Scharlach, dessen Herstellungszentrum in den südlichen
Niederlanden lag. |
Typische Befestigungsweise
der Beinlinge (langen Strümpfe) am Gürtel der Bruch (Unterhose),
12. Jh.
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Erste Beispiele verzierter, genähter und am Knie gebundener Strümpfe finden sich im 11. Jahrhundert bei Fürsten und der hohen Geistlichkeit. Für feierliche Anlässe waren diese Strümpfe reich ornamentiert, wie etwa die Strümpfe zum Krönungsornat der deutschen Kaiser.
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Englischer Bischofsstrumpf,
genäht und mit gewebten ornamentierten Goldbändern verziert, um 1100 n.Chr. |
Pontifikalstrümpfe
vom Ornat
Papst Clemens II. (gestorben 1047), 1. Hälfte 11. Jh. |
Strümpfe der einstigen
deutschen Reichsinsignien, Anfang 13. Jh. |
| Vermutlich durch die Kreuzzüge wurde im 11./12. Jahrhundert in Europa die Technik des Strickens und als neues Material, auch zur Strumpfherstellung, die Seide bekannt. Gestrickte Strümpfe allerdings waren noch selten und kamen erst im 16. Jahrhundert in Gebrauch. |
Gestrickter
Pontifikalstrumpf, um 1100 n.Chr.
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| In Italien und Frankreich, wo die Entwicklung des Bürgertums in den Städten schneller voranschritt als in Deutschland und wo die zu Wohlstand gekommenen Bürger auch in ihrer Kleidung nicht mehr hinter dem Adel zurückstehen wollten, wurde ein beachtlicher Kleiderluxus betrieben. Entsprechend wurden dort schon im 13. Jahrhundert Gesetze, so genannte Kleiderordnungen, erlassen, die den Kleiderluxus einschränken sollten, nicht zuletzt aber den Zweck verfolgten, die Trachtenprivilegien der herrschenden Klasse zu sichern. |
Seit
dem ausgehenden Mittelalter regelten Kleiderordnungen die Kleidung der
nach Ständen gegliederten Gesellschaft
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| Standesunterschiede sollten in der Kleidung
sichtbar bleiben, was dazu führte, dass die Kleidung des untersten
Standes, der Bauern, über Jahrhunderte gleich blieb. Unter kurzen Hemdröcken wurden teils enge, teils weite Hosen getragen |
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