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Raum 7
 
1. Hälfte 16. Jahrhundert - die Trennung von Strumpf und Hose
 
Im 16. Jahrhundert trat das Söldnerwesen an die Stelle der Lehensverpflichtung und löste den bewaffneten Adel zu Pferde durch das kämpfende Fußvolk ab. Kaiser Maximilian I. (1493-1519), der in seinen Kriegen vom Adel und von der Reichsritterschaft zu wenig unterstützt wurde, begann Söldnermannschaften, so genannte Landsknechte, zum Kriegsdienst anzuheuern. Sie rekrutierten sich vornehmlich aus Bauern, aber auch Bürger und verarmte Adelige stießen hinzu.
 
Deutsche Gebirgsjäger in
Landsknechttracht,
Anfang 16. Jh.
Die Trennung von Hose und
Strumpf wird deutschen
Landsknechten im 1. Drittel
des 16. Jahrhunderts
zugeschrieben
Deutsche
Landsknechttrachten aus
dem 1. Drittel des
16. Jahrhunderts
Deutsche Landsknechte,
1. Drittel 16. Jh.
     
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Als Heerhaufen zu Fuß brauchten die Söldner vor allem größtmögliche Bewegungsfreiheit, entsprechend schlitzten sie die enge Renaissancekleidung zunächst an Arm- und Beingelenken auf, was zur Trennung von Strumpf und Hose führte. Bald darauf wurde die ganze Kleidung geschlitzt und war mit andersfarbigen Stoffen unterlegt, dabei wurden die Beinkleider weiter und länger.  
Landsknechte,
1. Drittel 16. Jh.
Der Schnitt der Hosen wurde ausufernd weit, die Hosengebilde formlos, oft sogar nur noch von Bändern und Schleifen zusammengehalten. Die Montur der Landsknechte erfüllte alle Kriterien, die eine Kriegstracht definieren: sie wirkt imposant, reizt, fordert heraus und schüchtert ein.  
Edelmann und Bürger in der von den deutschen Landsknechten initiierten Mode,
2. Hälfte 16. Jh.
Die Fantasietracht der Landsknechte wurde zum Vorbild für die gesamte Männerwelt des 16. Jahrhunderts, Nachahmer fanden sich zunächst in den höfischen Kreisen. Auch das erstarkende Bürgertum, insbesondere Kaufleute, Handwerker und sogar Bauern imitierten die Tracht der Landsknechte. Die Pluderhosenmode der Landsknechte ist die erste Mode, die - wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen - von allen Ständen getragen wurde, und auch ein Zeichen dafür, dass in der ausgehenden Renaissance die Ständeschranken an Bedeutung verlieren. Dabei bilden die Landsknechte die Mode-Avantgarde. Erstmals in der Geschichte ist es nicht die Oberschicht, die in Fragen der Mode tonangebend ist.  
Französische Adelige in der von den Lands-knechten beeinflussten Mode,
2. Hälfte 16. Jh.
 
Selbst die Bauernmode des 16. Jahrhunderts war von der Mode der Landsknechte beeinflusst
Mit der Trennung von Hose und Strumpf beginnt im 16. Jahrhundert die eigentliche Geschichte des gestrickten Strumpfes als eigenständiges Kleidungsstück, welches weiterhin zunächst ausschließlich in der Männermode eine sichtbare Rolle spielte.  
 
Lange Knabenstrümpfe, handgestrickt und mit Gold- und Silberfaden bestickt, zwischen 1600 und 1620
 
Auch im 16. Jahrhundert blieben die Strümpfe der Frauen unter bodenlangen Kleidern versteckt

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