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Betzinger Knabentracht, 1912. Die auf 1912 datierbare Knabentracht wurde vermutlich für den Festzug anlässlich des Cannstatter Volksfestes angefertigt, an dem Betzinger Trachtenträger nachweislich seit 1835 teilnahmen. Interessant ist das kleine Pferd an der Hemdenschnalle, dem Standeszeichen der reichen "Pferdebauern". Zur Tracht der Betzinger Männer gehörte im frühen 19. Jahrhundert die weiße Leinenhose, das handgefertigte gefältelte Hemd mit der Hemdenschnalle, die rote Weste des unverheirateten Mannes, der leinene Weißkittel und das Lederkäppchen, die so genannte Schmerkapp. Kindertrachten als exakte Verkleinerung der bäuerlichen Standestracht finden sich seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, als der Trachtenfolklorismus in manchen Gegenden bewirkte, dass die Tracht beibehalten wurde. |
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