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6.
Zur Geschichte der Strickmaschinen
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vergrößerte
Abbildungen öffnen in neuem Fenster!
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Während
beim Wirken die Maschenreihe mit sämtlichen Einzelmaschen
auf einmal entsteht, werden beim Stricken die Maschen nacheinander
gebildet. Grundvoraussetzung für die mechanisierte Strickerei
war die Erfindung der Zungennadel.
1856
ließ der Engländer Mathew Townsend, Leicester, eine
mit Gelenk versehene Nadel -eine so genannte Zungennadel - patentieren.
Mit Hilfe der Zungennadeln gestaltete sich der Maschenbildungsprozess
einfacher als mit gewöhnlichen Spitzennadeln.
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Die
Erfindung der Zungennadel durch den Engländer Mathew Townsend
1856 markierte den Beginn der mechanischen Strickwarenherstellung
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1881
wurde mit der Erfindung der Doppelhaken- oder Doppelzungennadel
von Durand auch der wirtschaftliche Ausbau von Links-Links-Strickmaschinen
möglich. Auf beiden Seiten des Links-Links-Gestrickes treten
die sonst nur für die linke Seite charakteristische Maschenköpfe
hervor.
In
Bezug auf die konstruktionelle Ausgestaltung unterscheidet man
Flach- und Rundstrickmaschinen, die sowohl für den Hand-
als auch für den Kraftbetrieb infrage kommen und sich außerordentlich
vielseitig verwenden lassen.
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Die
Erfindung der Doppelzungennadel 1881 ermöglichte die Erstellung
Links-Links gemusterter Strickwaren
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Hand-Flachstrickmaschinen
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Die
erste handbetriebene Flachstrickmaschine wurde 1863 von Isac
William Lamb in Amerika erfunden. Mit dieser Maschine war eine
schnelle Fertigung von Schlauch- und Rechts-Rechts-Ware möglich.
In jeder Reihe wechselte eine rechte Masche mit einer linken
ab. Beide Warenseiten sind gleich. Rechts-Rechts-Ware hat eine
große Querelastizität und lässt sich bis zu
100% dehnen.
1864
wurde die Lambsche Flachstrickmaschine von Henry J. Griswold
(Amerika) verbessert und fortan unter den Markennamen "Climax",
"Crane" und "Little Rapid" zur Herstellung von Herrensocken
und Kinderstrümpfen in Heimarbeit vertrieben. Eine Verbesserung
der Flachstrickmaschine ermöglichte schon bald das Mindern
der Strümpfe sowie die Herstellung gerippter Strukturen.
Auch die Herstellung rundgestrickter Strümpfe war auf den
Hand-Flachstrickmaschinen möglich.
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Erste
mechanische, noch von Hand betriebene Flachstrickmaschine des
Amerikaners William Lamb, um 1863
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In
Europa war es zuerst der Gründer der Dubied-Werke, der
Schweizer Henri Eduard Dubied, der im Jahre 1867 auf der Weltausstellung
in Paris auf die dort vorgeführte Strickmaschine von Lamb
aufmerksam wurde und das Patent erwarb, um in seiner Fabrik
mit der Konstruktion von Strickmaschinen zu beginnen.
1867 Erste Dubied-Flachstrickmaschine, die so genannte "Trikoteuse
omnibus".
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Erste
europäische Hand-Flachstrickmaschine der Schweizer Firma
Edouard Dubied, um 1867
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Sowohl
die amerikanischen wie auch die europäischen Maschinen
waren schmal gebaut und eigneten sich nur für die Herstellung
von Strümpfen und Socken. Ende der 1860er Jahre entstanden
auch in Deutschland und Frankreich Strickmaschinenfabriken,
die sich ausschließlich mit dem Bau der inzwischen auch
in den geschlossenen Industriebetrieben aufgenommenen Flachstrickmaschinen
befassten. In Deutschland waren es Laue und Timaeus (später
Irmscher & Co., Dresden), die die ersten Strickmaschinen
nach dem System Lamb bauten.
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Katalog
der Schweizer Strickmaschinen-Fabrik Edouard Dubied, Couvet,
um 1905
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1870
Veränderungen der Schlosskonstruktion an den Flachstrickmaschinen
ließen auch die Herstellung rundgestrickter Strümpfe
zu. Schwierigkeiten machte noch die Herstellung ganzer Strümpfe
und Socken, da es an einem zweckentsprechenden Verfahren zur
Fersenbildung mangelte. 1888 wurde dies mit der Erfindung des
Schlauchschlosses durch G. F. Grosser, Markersdorf, möglich.
Diese ersten einfachen Hand -Flachstrickmaschinen waren für
den Familiengebrauch, für Heimarbeit, zum Teil auch für
den Fabrikvertrieb hergestellt.
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Werbung
für in Heimarbeit auf Flachstrickmaschinen Gestricktes,
um 1890
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1879
gelang der Strickmaschinenfabrik Laue und Timaeus, Löbtau-Dresden
(später Irmscher & Co., Dresden) der Umbau der Hand-Flachstrickmaschinen
zu Musterstrickmaschinen, auf denen die Herstellung gemusterter
Ware möglich war. Gleichzeitig entstanden Einrichtungen
auch für mehrfarbige Jacquard-Farbmuster.
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Flachstrickmaschine
mit Fußantrieb, um 1890
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Motorflachstrickmaschinen
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| Mit
der Einführung des Elektromotors wurde der in der Strumpfindustrie
begonnene Konzentrationsprozess zu Großbetrieben gehemmt
- er ermöglichte auch kleineren Betrieben die Verwendung
rationell arbeitender Maschinen. Wurden zunächst viele Maschinen
nach wie vor über Transmissionsantrieb durch einen Groß-
oder Elektromotor betrieben, setzten sich mit der zunehmenden
Verfügbarkeit von Elektrizität und der Verbilligung
der Motoren Maschinen mit Einzelantrieb durch. |
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Eine
der ersten motorbetriebenen Flachstrickmaschinen der Firma H.
Stoll, Reutlingen, um 1878
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Motorflachstrickmaschinen
haben erst Anfang der 1880er Jahre praktische Bedeutung erlangt,
dennoch blieben sie so genannte halbautomatische Einrichtungen,
da auf ihnen die Umstellung von einem Arbeitsschritt zum anderen
sowie das Erweitern und Mindern weiterhin von Hand durchgeführt
werden musste.
1886
Mit dem Patent des Technikers Albin Beyer wurde das selbsttätige
Mindern und Zunehmen durch Abhängen und Übertragen
von Maschen an Zungennadeln gelöst.
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Motor-
oder Transmissionsgetriebene Flachstrickmaschine
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| Für
die Weiterentwicklung der Flachstrickmaschine bedeutete diese
Erfindung eine neue Etappe. Die Firma Seyfert und Donner, Chemnitz,
welche die Bedeutung und Wichtigkeit dieser Erfindung erkannte,
übernahm die Patente vom Erfinder zur alleinigen Ausführung
und brachte schon nach kurzer Zeit eine selbsttätige Minderstrickmaschine
mit mehreren Arbeitsköpfen nach Art des Cottonstuhles auf
den Markt. Diese interessante Kraftmaschine ermöglichte die
automatische Herstellung regulärer Strumpfwaren in glatt
und gemustert. |
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Selbsttätigende
Minder-Flachstrickmaschine der Firma G.F. Grosser, Markersdorf,
um 1890
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| 1900
wurde eine Links-Links-Flachstrickmaschine der Firma Stoll, Reutlingen,
patentiert, die ein rationelles Arbeiten ermöglichte und
dem großen Verlangen der Strickwarenindustrie nach einer
handlichen und leistungsfähigen Einrichtung für die
Erzeugung von Links-Links-Strickware Rechnung trug. |
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Erste
Links-Links-Flachstrickmaschine der Reutlinger Firma H. Stoll,
1900
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| 1910
lösten automatische motorbetriebene Längen-Maschinen
die älteren handbetriebenen Flachstrickmaschinen ab. Sie
waren jedoch nicht in der Lage, Fuß und Länge eines
Strumpfes in einem Arbeitsgang herzustellen. Der Fuß wurde
auf Anfußmaschinen, zunächst auf handbetriebenen Kleinmaschinen,
im Rundstrickverfahren an die vorgefertigten Strumpflängen
angestrickt. Zum Teil blieb dieses Herstellungsverfahren der "Standard-Strümpfe",
das heißt flachgestrickter Strumpflängen mit separat
angestrickten Füßen, noch bis in die 1970er Jahre bestehen.
Der letzte Großabnehmer dieser regulär gestrickten
Strümpfe war die Deutsche Bundeswehr. |
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Motor-Flachstrickmaschine
mit vier unabhängigen Arbeits-Köpfen
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Motor-Flachstrickmaschinen
der Schweizer Firma Edouard Dubied, Couvet, um 1905
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