8. Weitere synthetische Garne zur Strumpfherstellung |
||||
|
vergrößerte
Abbildungen öffnen in neuem Fenster
|
||||
| Feinstrumpfgarne | ||||
| 1939 bildete die Erfindung des überaus elastischen Polyuretans durch die I. G.-Farben die Grundlage der später in der Strumpfherstellung verwendeten Elastomere oder Elasthane. | ||||
| 1948 begann die amerikanische Firma Du Pont mit der Entwicklung eines hochelastischen Garns - "Faser K" - das sie nach 10 Jahren ständiger Verbesserung als "Lycra" im Jahr 1959 schützen ließ. Das Garn lässt sich auf das 8-fache seiner Ausgangslänge dehnen, kehrt nach Beanspruchung vollständig wieder in seine Ursprungslage zurück und hat eine hohe Rücksprungskraft . |
Werbeanzeige
für Latex-Garn 1960 |
|||
| 1959 kamen neuentwickelte Garne mit Elasthan, in Amerika und den nordeuropäischen Ländern "Spandex" genannt, auf den Markt, die zunächst vor allem in der Herstellung von Fein-Stützstrümpfen und Stützstrumpfhosen eingesetzt wurden. Das pure Material konnte nicht verarbeitet werden. Das zwar hochelastische, aber wenig stabile und "nackt" verwendete brüchige Material konnte nur zum Umwinden oder in Kombination mit anderen Fäden verwendet werden. Wichtigste Markennamen waren "Lycra" von Du Pont und "Dorlastan" von Bayer. |
Uhli-Corsage-Strumpf
|
|||
|
Schema
zur Verwendungsmöglichkeit
von Lycra zur Herstellung elastischer Garne |
||||
| 1964 kam mit dem "Cantrece"-Nylon der E. I. du Pont de Nemours & Company ein für die Strumpfindustrie entwickeltes Endlosgarn mit natürlicher Kräuselung zur Herstellung nahtloser Stretch-Feinstrümpfe auf den Markt. Die natürliche, nicht mechanisch erzeugte Kräuselung dieses neuen Strumpfgarns, die weder durch langes Tragen noch durch häufiges Waschen verlorengeht, verleiht Strümpfen aus "Cantrece" eine hohe, dauerhafte Elastizität und somit eine ausgezeichnete Passform. Dieses 2-Komponenten-Garn verdankt seine natürliche spiralige Kräuselung dem unterschiedlichen Hitzeschrumpf zweier Polymere. |
"Uhli-Cantrece"-
Damenfeinstrumpf
1964 |
|||
| Etwa zeitgleich wurden neue Garne entwickelt, etwa das "Ultrason", ein Nylongarn, welches mit in einem sonochemischen Bad mit Ultraschall behandelt und aufgefasert wurde - somit als Bauschgarn Eigenschaften von Naturgarn wie eine höhere Wasseraufnahme, eine höhere Elastizität und einen seidigen Griff erhalten sollte. |
Mikroskopische
Aufnahme von unbehandeltem Nylongarn
|
|||
|
"Uhli-Ultrason"-
Damenfeinstrumpf
um 1964 |
||||
| Mitte der sechziger Jahre kam ein neues Verfahren zur Behandlung von glatten Nylonfasern auf. "Agilon" wurde aus Nylonfäden, die über eine erhitzte Trommel und anschließend über eine scharfe Klinge geführt wurden, hergestellt. Das Ergebnis war ein spiralförmiges Garn von hohe Elastizität in zwei Richtungen - längs und quer - was als "2-way-stretch" in der Werbung angepriesen wurde. Eigene Firmengarne wurden auch in der Feinstrumpfindustrie entwickelt, etwa 1965 das "Chinchillan" der Immenstädter Firma Kunert. |
Werbebeilage
für Damenfeinstrümpfe
|
|||
|
"Uhli-Agilon"
- Damenfeinstrumpf
um 1965 |
||||
| 1974 kam mit der Erdölkrise und einer immensen Verteuerung der daraus gewonnenen synthetischen Fasern ein neuer Ansatz zur Verwendung von Naturfasern, auch bei der Herstellung von Strumpfwaren. Kunstfasern spielten nun eine eher untergeordnete Rolle und eine Rückkehr zu Naturfasern war eingeleitet. | ||||