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6. Helanca

 
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1931 stellte der Amerikaner Rudolph H. Kägi dem Leiter der amerikanischen Niederlassung der Schweizer Firma Heberlein & Co. sein Ergebnis monatelanger Versuche vor, ein neues Garn. Mister Kägi war Zwirnereifachmann und hatte für die bislang nur glatt zu verarbeitenden Kunstseidefasern ein neues Verfahren entwickelt, aus dem die glatten Fasern durch Hochdrehen, Fixieren und Zurückdrehen den Charakter von Wolle annehmen, indem sie sich kräuseln.  
Langer Helanca-Kinderstrumpf
der Firma "Allgäu", Leutkirch,
1. Hälfte 1950er Jahre
   
Die Firma Heberlein & Co. in Wattwil erwarb dieses Verfahren und ließ es patentieren. Das neue Garn, das den aufdringlichen Glanz und die Glätte der Kunstseide verloren hatte und weich und warm wie Wolle anzufühlen war, wurde unter dem Markennamen "Helanca" geschützt.  
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Zunächst war die Formbeständigkeit der Helanca-Artikel aus Kunstseide mangelhaft, mit jeder Wäsche wurden die daraus gefertigten Kleidungsstücke länger und größer.  
Kinderstrumpfhose der Firma
G. B. L., der Bali GmbH,
Schwetzingen,
   

1935 konnte dies durch ein neues Verfahren mit der Stabilisierung der Kräuselung durch den Einsatz von Formaldehyd behoben werden.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs war Europa weitgehend von seinen Rohstoffquellen in Übersee abgeschnitten. Kunstseide und Zellwolle gewannen immer mehr an Bedeutung und damit auch das Helanca-Verfahren.

 
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Damen- und Kinderstrumpfhosen
aus Helanca.
   
Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte das Kunstseiden-Helanca zunächst keine Rolle mehr. In diesen Jahren kamen aus den Vereinigten Staaten von Amerika die ersten Lieferungen des neuen Wundermaterials "Nylon".  
Nahtlose
Hudson-Kinderstrumpfhose
aus Helanca, um 1960
       
1945 hatte man in Wattwil die ersten Kilo dieses neuen Garnes vorliegen. Man behandelte es nach dem Helanca-Verfahren und das Ergebnis war mehr als wunderbar. Man hatte einen Faden, der wirklich "phantastisch elastisch" war - so elastisch, dass sich die Wirker gegen die Verarbeitung dieses neuen Helanca-Erzeugnisses aussprachen.  
Helanca in entsprechender Garnstärke verarbeitet
war äußerst haltbar.
   
In Lyon/Frankreich ging man einen neuen Weg: hatte man den Nylonfaden bisher einfach hochgedreht, fixiert und zurückgedreht, arbeitete man nun zwei Nylonfäden zusammen, einen linksherum hochgedrehten und einen rechtsherum hochgedrehten Faden und verzwirnte beide. Die übermäßige Dehnung des Nylon-Helanca aus einem Faden war damit behoben, die Elastizität des neuen Garnes erreichte optimale Werte.  
Helanca in entsprechender Garnstärke verarbeitet war äußerst haltbar, wie etwa diese Herrensocke aus 12-fachem Helanca-Garn, die als
"eisenstark" angeboten wurde
   
Dieses texturierte Garn revolutionierte in den 50er und 60er Jahren den gesamten Strumpfmarkt. Die daraus hergestellten Strumpfwaren konnten viel brillanter und leuchtender gefärbt werden als Strümpfe aus herkömmlichen Garnen. Strümpfe und Socken wurden farbenfroher, faltenlos im Sitz und pflegeleicht.  
Helanca-Garne waren besser und intensiver zu färben als die bisher bekannten Naturfasern
   
Ein großer Vorteil war, dass aufgrund der hohen Elastizität weniger Strumpfgrößen hergestellt werden mussten und dass vor allem auch die Herstellung der neu aufgekommenen Strumpfhosen vereinfacht wurde.  
Kindersocke aus
"Brillant Helanca"
der Firma Goldfalter
   
Erste feiner werdende Damen-Helanca-Strümpfe wurden als Kreppstrümpfe auf den Markt angeboten, etwas später gab es auch die ersten Strumpfhosen aus Helanca-Krepp.  
Damen-Kreppstrümpfe,
um 1960
   

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