1. Mechanische Garnherstellung als Grundlage der industriellen Strumpffabrikation
1530 erfand der Steinmetz Johann Jürgens aus Wattenbüttel das erste praktisch bewährte Tretspinnrad. Damit erfolgte im 15. und 16. Jahrhundert der Übergang vom Spinnrocken zum Spinnrad.
     
Älteste Form des Handspinnens mit dem Spinnstock oder Spinnrocken und dem Spinnwirtel
Spinnen mit dem Handspinnrad
Tritt-Spinnrad
 
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1764 Der englische Weber James Hargreaves erfand die "Spinning Jenny" mit zunächst 8 Spindeln, die später auf 16 Spindeln erweitert werden konnte. Es konnten zunächst 8 Fäden gleichzeitig versponnen werden. Die erste Maschine wurde durch aufgebrachte Handspinner zerstört, die um ihre Arbeit besorgt waren.

1769 Erfindung der Arkwright'schen Spinnmaschine, die von Wasserkraft angetrieben werden konnte.

1771 eröffnet Arkwright eine Fabrik in Cromford mit 3000 Spindeln.

Einführung der Wasserkraft zum Antrieb der Spinnmaschinen.

 
Karden-Saal einer englischen Baumwollspinnfabrik, 1835

1779 vereint Samuel Crompton das System Hargreaves mit dem System von Arkwright zur "Mule-Machine".

1781 Gründung der ersten Maschinenspinnerei für Baumwolle in Deutschland durch den Kaufmann Brögelmann in Cromford bei Ratingen. Zunächst wurde eine Kratzmaschine aufgestellt, 1784 wurde das Privileg zur Errichtung einer "Kraz Hand und Spinn Maschine" erteilt.

 
Vorspinn-Saal einer englischen Baumwollspinnfabrik, 1835

1790 führte Arkwright die Dampfmaschine in seinen Spinnereien ein.

1800 beginnt die mechanische Garnherstellung aus Wolle, die technisch schwieriger war als die mechanische Baumwollgarnherstellung. Während 1835 noch mehr als zwei Drittel der in Deutschland verarbeiteten Wolle von Hand versponnen wurde, waren es 1846 noch 60% und 1861 weniger als 7%.

 
Spinn-Saal mit Mule-Maschinen, 1835

1825 erst wurde es möglich, auch Flachs mechanisch zu Garnen zu verspinnen.

1825 Richard Roberts verwirklichte eine selbstspinnende "Mule-Machine" zur Herstellung von Baumwollgarnen.

 
Vorspinnmaschine einer österreichischen Baumwollspinnerei, 2. Hälfte 19. Jh.

1830 Erfindung der Nähmaschine durch Madersperger und, unabhängig davon, von dem Franzosen Thimmonier. Nach 1850 erfolgten einige Verbesserungen, so dass die Nähmaschinen bald auch im Hausgewerbe im Rahmen der großbetrieblichen Produktion (Verlagswesen) eingesetzt wurden.

Parallel dazu entwickelte sich der Einsatz von Baumwolle zur Garnherstellung. Baumwolle bereitete wegen ihrer Kurzfaserigkeit beim Verspinnen im Handbetrieb große Schwierigkeiten, für das mechanische Verspinnen hingegen war sie geradezu prädestiniert. Der Siegeszug der Baumwolle begann im Jahr 1774, ihr Anbau wurde nach der Erfindung der Baumwollentkernungsmaschine (1794) beträchtlich gesteigert.

 
Spinnmaschine einer Baumwollspinnerei, 2. Hälfte 19. Jh.
 

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