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7. Weitere synthetische Garne zur Strumpfherstellung

     
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Strickstrumpfgarne      
       
Broschüre zur Chemiefaserkunde, 1950er Jahre
Broschüre zur Chemiefaserkunde, 1950er Jahre
   
Seit Anfang der 1950er Jahre wurden vermehrt Kunstfasern bei der Strumpfherstellung verwendet. Polyamide (PA), wie die seit 1938 bekannten Fasern Nylon und Perlon, die den Strümpfen mehr Elastizität verliehen, wurden nun auch den Naturfaser-Strickstrümpfen, zunächst als Plattiermaterial, beigemischt oder dienten der Verstärkung von Ferse und Spitze.  
Langer Kinderstrumpf, Wolle, perlonverstärkt, um 1953
   
1941 wurde mit der Erfindung des Polyesters ("Terylene") durch die Chemiker J. R. Whinfield und Dickson bei der Calico Printers Association, welches, mit Wolle gemischt, die Herstellung preiswerter Strumpfwaren ermöglichte, die überfärbeecht und kochfest sind, ein neues Garn entwickelt, welches auf die Erfindung von Carothers zurückging.  
Prospekt und Herrensocke der Marke "elasta"
   

Der Trend in der deutschen Nachkriegszeit zu reinen, aus Kunstfasern hergestellten Textilien und Strumpfwaren entsprach dem Gefühl eines notwendigen Neuanfangs.
Zunehmend gab es Strumpfwaren aus reinem Polyamid oder Helanca, die jedoch aufgrund ihrer geringen Wasseraufnahme neue Probleme verursachten - etwa Schweißfüße oder Fußpilz. Auch neue Verfahren, die von den Strumpfherstellern als "fußpilzhemmend" oder "desodorierend" mit Umschreibungen des Helanca als "Hygitex" in den 1960er Jahren propagiert und auf dem Markt eingeführt wurden, konnten keine Abhilfe schaffen.

 
Langer Kinderstrumpf, Helanca
   
1942 war die Weiterentwicklung der Acrylfasern durch die I. G.- Farben auf der Basis des von Herbert Rein 1934 erfundenen Herstellungsverfahrens für Polyacrylnitril erfolgt.. Das neue Material wurde "PAN" genannt. Allerdings blieb es den Amerikanern vorbehalten, nach Einsicht in die Patente der I. G. - Farben, die Faser in den USA technisch auszuwerten. Der Kriegsausgang mit seinen Folgeerscheinungen in Deutschland führten dazu, dass trotz der Priorität der deutschen Forschungsarbeiten Du Pont in USA die erste Firma war, welche nach 1945 Polyacrylnitrilfasern unter der Bezeichnung "Orlon" auf den Markt bringen konnte.
Polyacryl wurde nach 1952 zunächst als Beimischung zu Wolle oder Baumwolle verwendet, was eine erhöhte Reißfestigkeit bewirkte. Strumpfwaren aus 100% Polyacryl besitzen eine sehr hohe Festigkeit. Aufgrund der flauschigen Oberfläche wird Polyacryl auch gerne als Wollersatz verwendet. Darüber hinaus lässt sich Acryl hervorragend einfärben.
 
Kinderstrumpfhose aus Orlon-Lunasoft
   
Fortschritte in der Texturierung der Garne - d.h. dem Verstrecken und Drehen, Wärmefixieren und Verzwirnen unterschiedlich gedrehter Garne - führten in den 1950er und 1960er Jahren zu ständigen Neuentwicklungen und Markennamen, die hier nicht alle dargestellt werden können. In der Strumpfherstellung spielten außer "Helanca" vor allem "Dralon", "Orlon" und "Dolan" eine Rolle.  
Werbeanzeige für Kinderstrumpfhose
aus Dralon
   
Die texturierten Garne erhalten durch verschiedene Arten von Kräuselung zusätzliche Eigenschaften, nämlich Bauschkraft und Elastitität. Die daraus gefertigten Artikel zeichnen sich dann durch erhöhte Wärmehaltung, Volumen, Temperaturausgleich, Luftdurchlässigkeit, Formstabilität und weichen Griff aus.  
"Cool-Socks" aus Dolan
   
Einige Strumpfhersteller entwickelten später ihre eigenen Garne, etwa das aus Polyamid und Polyacryl bestehende wollflauschähnliche Garn "Ergolan" der Firma Ergee, das - besonders von Kindern geschätzt - eine Abhilfe von den bis dahin "kratzenden" Strümpfen und Strumpfhosen versprach.  
Plakat für Kinderstrumpfhosen aus "ergora"
 
Katalogauszug mit
Angebot einer Ergee-Kinderstrumpfhose aus Ergolan
     

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